Was soll ich studieren – Bachelor? Master? Muss ich überhaupt?

Über 30.000 Studiengänge allein in Deutschland zählen diverse Portale im Internet. Sie beweisen damit vor allem eines: Nicht wissen zu können, welches Studium zu einem passt, ist vollkommen normal. Viele Fragen sich dann einfach, was ihre Interessen sind. Genau das ist aber der beste Weg, um wirklich alles falsch zu machen.

Es gibt am Ende der Schulzeit kaum eine öfter gestellte Frage: Welches Studium passt zu mir? Nicht wenige spüren dabei diesen Druck, nun eine möglichst überzeugende und motivierte Antwort geben zu müssen. Aber das ist eigentlich unmöglich. Die heutige Berufswelt ist so vielseitig wie womöglich noch nie. Auch die Art des Arbeitsverhältnisses, ob angestellt, selbstständig oder irgendwas dazwischen, ist in fast keinem Berufsfeld mehr einheitlich. Was am Ende wirklich für Erfolg und Erfüllung spricht, ist vollkommen offen.

Die alte Berufswelt ist vorbei

Eines der Kernprobleme ist, dass die klassischen Pfade für die junge Generation nicht mehr gelten. Akademiker haben keine Wohlstandgarantie, Auszubildende mit Abitur werden händeringend gesucht, lineare Karrieren sind ein Relikt aus dem Museum. Im Schnitt werden wir drei bis vier verschiedene Berufe ausüben.

Aber oftmals sind es gar nicht die Startenden in das Berufsleben, die damit ein Problem haben. Es ist das eigene, zumeist familiäre Umfeld. Eltern und Großeltern, im Glauben nur das Beste zu wollen, geben „Ratschläge“, die oftmals nur die eigenen Wünsche repräsentieren. Wie die Arbeitswelt in nur zehn Jahren aussehen wird, wissen sie allerdings oftmals gar nicht.

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Die Rolle der Vorbilder

Wenn man sich dann fragt, welches Studium zu einem passt, muss man eigentlich vollkommen überfordert sein. Natürlich gibt es die, welche schon seit ihrer Kindheit einen Wunsch hegen oder konkrete Vorstellungen durch ein Praktikum oder Auslandsjahr erworben haben. Unbedingt sei hier auch die Sinnhaftigkeit sogenannter freiwilliger Dienste angesprochen, um nicht gleich von Lehranstalt zu Lehranstalt zu hüpfen und das reale Leben erst danach kennenzulernen.

Bei der Orientierung spielen daher, mangels Alternativen, sehr oft Vorbilder eine Rolle. Ob die eigenen Eltern, ältere Geschwister und Freunde oder Lebensläufe bekannter Persönlichkeiten – viele Menschen sind in ihrer Entscheidung stärker beeinflusst, als es ihnen recht ist. Es ist auch gar nicht verkehrt, auf die Menschen zu hören, die sich wirklich um einen sorgen. Aber für die moderne Berufswelt sind sie nicht immer hilfreich.

Die vier Stufen der modernen Berufswelt

Früher lebten wir in einer Welt, da tat man einfach das, was für einen vorgesehen war. Später gab es die ersten Möglichkeiten, aus seinem Stand auszubrechen und gesellschaftlich aufzusteigen. Darauf folgte das Planen einer Karriere. Mittlerweile haben wir aber eine vierte Stufe erreicht: Das vereinen von finanzieller, gesellschaftlicher und persönlicher Erfüllung. Heute verschmelzen Interessen, Leidenschaften und Talent zur individuellen Planbarkeit des Erfolgs.

Es ist erlaubt, sich zu fragen, ob man in einem Beruf in den nächsten fünf Jahren wirklich vorankommt. Es ist erlaubt, sich zu fragen, ob man nach absehbarer Zeit noch mit echter Motivation aus dem Bett steigt. Und es ist erlaubt, sich zu fragen, ob die eigenen Fähigkeiten tatsächlich gut eingesetzt wären. Die Frage ist also: Wer ist es, der einem diese Fragen verbieten könnte?

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Wer sollte einen beraten?

Daher ist es einer der ersten Schritte, herauszubekommen, wer im eigenen „Aufsichtsrat“ sitzt und einem ständig einflüstert: Das schaffst du nie, das macht keinen Sinn, das kannst du gar nicht, das macht man nicht, damit wirst du nur arm. Viel zu oft sind sie das erste Hindernis auf dem Weg zu wissen, welches Studium zu einem passt.

Wer sollten diese Vorbilder sein? Zunächst sollte einem bewusst werden, dass Erfolg etwas hochgradig Subjektives ist. Es gibt viele, die einen sicheren Job haben, in dem sie auch gut verdienen – und trotzdem sind sie unglücklich und wollen nur weg. Es gibt auch diejenigen, die ihrem Herzen gefolgt sind, lange Zeit zufrieden waren und dennoch nach einem Wechsel streben.

Die Grenze von Vorbildern

Daher wird es wichtig sein, sich auf die Suche nach guten Vorbildern zu machen. Viele Artikel, die sich damit beschäftigen, welches Studium zu einem passt, verweisen dabei auf Beratungsstellen, wie dem Arbeitsamt, den Veranstaltungen der Wirtschaft wie bspw. der Industrie- und Handelskammer oder auch den Informationsmöglichkeiten der Universitäten selbst.

Alle diese haben aber eines gemeinsam: Auch sie können nur ein Spiegel dessen sein, was man schon kennt. Durch ein Beratungsgespräch, durch einen Infoabend oder einen Übersichtsflyer mag man vielleicht sogar mehr über ganz unbekannte Berufe erfahren, aber davon weiß man immer noch nicht, ob man darin wirklich eine Erfüllung findet.

Berufsinteressentests: Ein erster Schritt?

Ein erster Schritt ist da viel eher ein Berufsinteressentest. Warum? Weil die wirklich guten Tests nicht nur an der Oberfläche kratzen. Es geht nicht darum, ob man bei der Firma von Onkel Heinz beim Aktensortieren in den Ferien durchaus Spaß hatte. Ob man in der Kirchengemeinde schon immer gerne gekocht hat. Oder ob man schon immer der Klassenclown oder Besserwisserboy war.

Ein Berufsinteressentest kombiniert wissenschaftlich fundiert Eigenschaften wie etwa Talent, Einsatzbereitschaft und Selbstwahrnehmung. Oftmals soll es ja eben genau darum gehen, das zu finden, was „in einem steckt“ – und oftmals von anderen nicht gesehen und dementsprechend auch nicht befördert wird.

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Mut zur Praxis

Dabei sollte man auch nicht denken, dass der Berufsinteressentest besser ist, je komplexer er anmutet. Das liegt zum einen daran, dass ein Berufsinteressentest hochwissenschaftlich ist und daher aus wenigen gut formulierten Fragen zu sehr guten Ergebnissen führen kann. Zum anderen geht es aber auch hier nur darum, dass es ein Einstieg ist.

Viele Berufe teilen sich auf in eine Vielfalt an möglichen Einsatzorten und Rahmenbedingungen. Ein Berufsinteressentest ist ein wichtiger Ideengeber, weil er unabhängig ist und einem ungetrübte Optionen geben kann. Aber er ist nur der Anfang. Von da an muss es in die Praxis gehen. Wo kann ich ein Praktikum machen? Wer mag mir mal von seiner Berufserfahrung berichten? Was sagen fundierte Studien über die Zukunftsperspektive der Branche aus?

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Gleiche Taten, andere Reihenfolge?

Natürlich gehen trotzdem die allermeisten nach der Schule den direkten Weg in die Hörsäle. Aber das bedeutet nicht, dass sie das Austesten, das Einarbeiten oder das Wechseln am Ende nicht trotzdem tun. Die Frage ist nur: Macht man sich vielleicht nicht etwas vor, indem man erst einmal auf die vermeidlich gesellschaftlichen Normen hört und sich möglichst fix in einer Universität einschreibt?

Die heutige Berufswelt ist weitab von vorgefertigten Bahnen. Es gehört daher zur absoluten Bedingung, sich zu informieren und dann vor allem erst einmal auszuprobieren. Auf dem Weg zum Studium, welches zu einem passt, ist dies mittlerweile unabdingbar. Allerdings ist dass dann immer noch kein Garant.

Universitäten bedeuten Lehre und Forschung

Der größte Irrglaube besteht dabei darin, anzunehmen, dass das Studium einfach nur eine Fortsetzung der Schulzeit ist. Genau das ist es eben nicht. Auch wenn das seit den Bologna-Reformen manchmal kritisiert wird: Eine Universität ist weiterhin eine Einrichtung bestehend aus Lehre und Forschung. Sie ist, gerade im deutschen Raum, oftmals stark theoretisch geprägt. Das ist nicht per se etwas Schlechtes, aber das muss man wissen.

Gute Zensuren und Abschlüsse bekommt man oftmals für Leistungen, welche klar am sogenannten „Akademischen Diskurs“ orientiert sind. Ein Bachelor- oder Masterabschluss gilt in den allermeisten Fällen als Ausdruck dafür, dass man vor allem die wissenschaftlichen Werkzeuge beherrscht. Arbeit mit Quellen, Ausarbeitung eines Forschungsdesigns, Beherrschen von Fachtermini – diese Fähigkeiten stehen oftmals eher im Fokus, als das ganz praktische Lösen täglich anfallender Probleme im Büro oder im Betrieb.

Für wen ist die Universität der richtige Ort?

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Bevor man sich also fragt, welches Studium zu einem passt, steht erst einmal die Entscheidung im Raum: Sollte ich wirklich studieren? Die Quote derer, die in den ersten Wochen in der Universität vollkommen überfordert sind und mitunter mehrere Semester brauchen, bis sie langsam verstanden haben, worum es geht, ist ziemlich hoch. Ein Studium ist eben nicht einfach eine Ausbildung auf akademischem Niveau.

Wen es in die Praxis zieht, wer etwas schaffen will, wer Verantwortung übernehmen oder auch einfach Teil eines gut funktionierenden Teams sein möchte, der braucht nicht den Gang durch Hausarbeiten und Forschungsprojekte. Leider ist dieses Wissen gerade in Deutschland nur sehr wenig verbreitet.

Die verpönte Ausbildung

Wann auch immer eine Form der Hochschulreife erreicht ist, gilt es im Land der Dichter und Denker fast schon als verpönt, dann nicht auf die Universität zu gehen. Für manche Fachexpertise ist dann vielleicht noch die Fachhochschule anerkannt. Aber diese benennen sich dieser Tage aus Marketing-Gründen auch zu Universitäten um (siehe Universität der Künste und Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg).

Dahinter steht der Irrglaube, dass praktische Berufe der Kleinen und Mittelständischen Unternehmen (KMU) etwas für die geringer Qualifizierten seien. Zum einen, weil immer noch geglaubt wird, mit dem Abschluss des Studiums sei die Rente sicher – die Zeiten aber sind vorbei. Zum anderen aber auch, weil noch immer das alte Bild der Wertigkeit von Berufen aus vergangenen Jahrhunderten die Runde macht. Dabei suchen diese KMUs nicht nur händeringend nach Fachkräften, sie haben auch ein Problem mit akademisierten Führungskräften.

Akademiker als Irrweg

Ein Unternehmen in der Bauwirtschaft kann niemanden mit – sehr gut bezahlten – Managementfunktionen beauftragen, der selber keine Kenntnis von den Abläufen und Bedingungen am Arbeitsort hat. Eine Einzelhandelsfiliale braucht Mitmenschlichkeit statt Elfenbeinturm-Denken. Und im bestbezahlten Beratergewerbe sucht man zunehmend eher Erfahrung und Konzepte statt Abschlüsse.

Es ist vielmehr so, dass der Trend der letzten Jahre, Führungskräfte mit viel Geld von den Universitäten wegzukaufen, zunehmend als Irrweg erkannt wird. Das liegt nicht nur daran, dass es den Abschluss-Geschwängerten an Erfahrung fehlt. Es geht vor allem darum, dass sie häufig ausbrennen, in der Mitarbeiterführung versagen oder schlichtweg zu spät merken, dass sie doch etwas ganz anderes tun wollen.

Neue Berufe ohne Studiengänge

Wo viele denken, dass eine Alternative zur Hochschule quasi schon einem Scheitern gleichkommt, ist es oft umgekehrt: Es scheitern vor allem Studierende an der realen Berufswelt. Sie sind wie eine hoch entwickelte App, die schon am Anmeldefenster scheitert. Der Ausweg für viele Studierende ist daher viel mehr, sich selbstständig eine eigene Expertise aufzubauen, weiter zu qualifizieren und dann erneut anzugreifen.

Dazu kommt, dass es immer mehr neue Berufe gibt, die gar keine Ausbildung an den honorigen Einrichtungen kennen. Hier wird direkt an der Praxis gelernt. Das ist für viele auch ein Gewinn. Zum einen, weil die bereits beschriebenen Irrwege und theorielastigen Allgemeinausbildungen dann nicht erst wieder auf die Realität stoßen müssen. Zum anderen, weil hier noch das individuelle Talent im Vordergrund steht und nicht eine auf Vergleichbarkeit getrimmte Abschlussnote.

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Der Vorteil der Universität

Den wirklichen Vorteil der Universität kann man gerade erst dann erkennen, wenn man es nicht als Fortführung der Schule versteht. Die allermeisten neuen Technologien, aber auch moderne Führungsstrukturen oder politischen Ansätze wären ohne die fundierte Grundlagenforschung der Universitäten undenkbar.

Die Universität kann aber auch genau der Ort sein, wo man sich näher über eine Branche oder Berufsrichtung informieren kann. Gerade weil es keine Schule ist, sollte man dringend in Betracht ziehen, zu wechseln, zu probieren, oder wenigstens zu zweifeln.

Die Tücken des raschen Studierens

Viele packen sich ihre ersten Semester brav nach den Vorgaben extrem voll. Sie denken: Ich hatte früher jeden Tag im Schnitt sechs Stunden Schule, dann mache ich das auch in der Universität. Aber nicht nur, dass man in der Universität vollkommen realistisch zwei Stunden Vor- und Nachbereitung einer klassischen Vorlesung von zwei Stunde erwartet. Dazu kommen Projekte, Hausarbeiten und man soll auch schon mal vom studentischen Nachtleben gehört haben.

Natürlich ist die Regelstudienzeit wünschenswert und darauf ausgelegte, staatliche Systeme wie das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) versuchen einen auch da rein zu zwängen. Aber als Alternative etwas länger zu studieren und parallel vielleicht schon etwas Geld in der künftigen Wunschbranche zu verdienen, können der nötige Ausgleich zwischen Theorie und Praxis sein.

Zeit für die nötige Reife

Es muss Zeit sein, sich auch mal in vollkommen fremde Seminare oder Vorlesungen zu begeben. Es muss Zeit sein, mal im Ausland ein paar Semester zu verbringen und den Blick auf die Welt zu erweitern. Und es muss Zeit sein, auch emotional und geistig an einem Studium zu reifen, um mit gefestigtem Charakter, einem gesundem Selbstbild und einem erprobten Krisenmanagement den beruflichen Alltag überstehen zu können.

Gerade seitdem es Turbo-Abitur und „Bachelor reicht“ gibt, kommen die Beschwerden aus der Wirtschaft über Menschen, die außer viel Lernstoff keinerlei Kompetenzen und Durchhaltevermögen mitbringen. So, wie das Studium nichts für jeden ist, bedeutet auch der Abschluss in keiner Weise eine Aussage über die Einsatzfähigkeit. Genau deshalb sollte man nicht fünf Jahre pauken, ohne je die Probe aufs Exempel gemacht zu haben.

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Die Frage ist also weniger, welches Studium zu Dir passt, sondern wie du ein Studium passend für dich machen kannst. Bist du ein Praktiker, lass es besser gleich sein. Bist du noch auf der Suche: Probiere doch erst einmal einen Berufsinteressentest und höre dich um. Und wenn du an der Universität studieren willst: Mache es zu Deinem Studium und hole das meiste für dich heraus.

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